Sonntag, 6. Februar 2011

AEG gründet Joint-Venture mit Outbox


Das neue AEG / Cirque du Soleil / Outbox Joint Venture ist gut positioniert, um mit ihrer Kombination von Inhalten, Venues, Glaubwürdigkeit und ihrem innovativen Modell Furore in einem sich ändernden Ticketmarkt zu machen. Aber das bedeutet nicht, dass es einfach sein wird. Ticketmaster bleibt mit íhren Assets in einer dominierenden Position.

Hauptakteure in dem Deal sagen, das Joint Venture bietet einfach eine Alternative in einem zunehmend mit Optionen überfüllten Markt. "Einige Leute sehen diese Ankündigung als einen Schuss vor den Bug von Ticketmaster, so ist das aber nicht zu sehen", erlärt AEG Geschäftsführer Tim Leiweke Billboard.biz. und fährt fort: "Tatsache ist, dass dies von Ticketmaster bereits erwartet wurde."


Seit Live Nation und Ticketmaster ihre Fusion im Januar 2010 beschlossen haben, hat AEG unter Lizenzbedingungen die Ticketmaster Ticketing-Software unter der Bedingung eingesetzt , dass das US Department of Justice die Fusion genehmigt. Das DOJ verschaffte  AEG die Möglichkeit, die Software für bis zu fünf Jahre zu lizenzieren und half somit, sein eigenes Ticketing-Geschäft aufzubauen und den Wettbewerb auf dem Markt zu stärken. 
Warum jetzt also diese Aufruhr, wo doch noch vier Jahre übrig sind? "Wir werden weiterhin eine bestehende Beziehung mit Ticketmaster und Live Nation haben und wir wollen hier keine Brücken verbrennen, wir nehmen uns Zeit, nehmen ihnen und ein wenig von dem Druck des Übergangs ab und achten darauf, dass der Übergang in einer Weise erfolgt, die nicht die Beziehung mit unseren Kunden oder den Venues beeinträchtigt", sagt Leiweke.

Eine Live Nation Führungskraft bezeichnet diesen Schritt von AEG als "keine Überraschung, da AEG unter dem Dekret des  Justizministeriums verpflichtet war, das Ticketmaster-System im Laufe der Zeit zu verlassen. Wir hatten gehofft, es würde eher früher als später sein und sind begeistert vom neuen Partner.
Nicht nur, dass AEGs neues Venture anstrebt mit Outbox Tickets in AEG Venues und bei AEG Events zu verkaufen, sondern das Joint Venture tritt aggressiv im Wettbewerb für neue Ticketing Verträge auf, sobald bestehende Vertragsvereinbarungen mit Ticketmaster oder andere Unternehmen auslaufen. 
"Zum ersten Mal seit 20 Jahren gibt es zwei ernsthafte Konkurrenten im Ticketing Markt mit zwei völlig unterschiedlichen Geschäftsmodellen: Ein White-Label-Modell, bei dem der Veranstalter oder die Spielstätte komplette Kontrolle über sein Schicksal und seine Daten erhält und ein Mittler- Modell". "Dies ist nur Wettbewerb, nicht mehr und nicht weniger“, sagt Outbox Gründer Jean-Francoys Brousseau.
Das Outbox Ticketing-Konzept basiert auf einem "White-Label"-Modell, dass es dem Veranstalter erlaubt, seinen eigenen  Ticketing-Betrieb zu handhaben  und mehr Flexibilität verspricht. Die Veranstalter steuern selbst solche Dinge wie Service-Gebühren, Bestandsführung  und die Verwendung von Daten betreffend der  Ticketverkäufe über die eigene Website.  Die Outbox-Plattform wird bereits vom Cirque du Soleil, den Montreal Canadiens und dem Bell Centre in Montreal, sowie dem Kodak Theatre in Los Angeles genutzt.
Laut Rosen, ist der Schlüssel für Fans, Tickets auf der Website des Venues, also der Spielstätte, kaufen zu können .  "Wenn Sie eine Website wie eine Immobilie ansehen, ermöglicht es unsere Softwarelösung Kultureinrichtungen oder Sportstätten, den wahren Wert ihrer Webseiten zu erkennen. Denn wenn sich Kunden hier erst einmal aufhalten, werden die Sponsoring-Möglichkeiten wesentlich zwingender. Man ist viel näher am Kunden dran, wenn man selbst Zugriff auf die relevanten Daten hat." 
Aber wird das ausreichen, um Ticketmaster Kunden abspenstig zu machen? Ticketmaster betreibt die drittgrößte E-Commerce-Website der Welt und geniesst eine beispiellose Verbreitung durch die eigene Website und den Deal mit Wal-Mart . Die Ticketmaster-Datenbank und ihre Entwicklung zu einem Vermarktungspartner sind ebenfalls gewaltige Markteintrittsbarrieren. 
Rosen meint: "Viele versagen in diesem Geschäft und haben es im Wettbewerb mit Ticketmaster bisher nicht allzu weit gebracht, weil sie Software als eine Lösung verkaufen, anstatt als Ticketing-Profis aufzutreten und Softwarelösungen mit ihren Kenntnissen des Marktes zu verbinden und diese den Kunden anzubieten.
AEG erwartet den Beginn des Ticketverkaufs über Outbox innerhalb der nächsten sechs Monate und will seine globalen Venues innerhalb der nächsten zwei Jahre umstellen. Die AEG-Kollektion umfasst 105 Venues ,darunter das Staples Center in Los Angeles, das Target Center in Minneapolis, die Best Buy Theater in New York, Sprint Center in Kansas City, MasterCard Center in Peking, der Acer Arena in Sydney und die O2 Arena in London. 
"Die Einzigartigkeit diese Partnerschaft ist, dass wir ihnen 10 Millionen Tickets geben und sie damit das zweitgrößte Ticketing-Unternehmen in den USA werden, allein aufgrund unseres Geschäfts", sagt Leiweke und fügt  hinzu, dass er durchaus Zuwächse aufgrund von neuen AEG-Venues sowie von Aquisitionen erwartet.
Obwohl Outbox bisher weitgehend unbekannt auf dem internationalen Ticketing-Markt ist, meint Leiweke: „Sie könnten morgen das Staples-Center übernehmen  oder die O2-Arena.“ Dennoch räumt er ein, dass es noch viel Arbeit beim Aufbau des Joint- Venture gibt, einschließlich der Schaffung "einiger Software- Funktionen“. 

Update 090211: Auch interessant, was Irving Azoff, Chairman von Live Nation, hierzu meint:
http://www.hollywoodreporter.com/news/irving-azoff-interview-named-live-97493

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